Einst galt Andrei Filipov (Alexei Guskov) als Wunderkind, führte das weltberühmte Bolschoi-Orchester zu Triumphen, doch als er sich Anfang der 80er Jahre für eine jüdische Musikerin einsetzte, wurde er von höchster Stelle degradiert. Heute putzt er nur noch das verfallende Orchestergebäude. Dann passiert das Unglaubliche: Andrei fängt ein Fax ab: Eine Einladung des Bolschoi-Orchesters nach Paris. Kurz entschlossen beginnt er seine in alle Winde verstreuten Musiker aufzusuchen, die inzwischen als Taxifahrer, Möbelpacker oder Trödler ein eher klägliches Dasein fristen – gespielt haben die meisten lange nicht mehr. Mit diesem bunten Haufen geht es nach Paris – unter einer Bedingung: Die junge französische Geigerin Anne-Marie Jacquet (Melanie Laurent) soll engagiert werden. Warum, ist weder dem Manager des Pariser Theaters noch Andreis Musikerkollegen zunächst bewußt. Bald wird jedoch klar, daß Anne-Marie unmittelbar mit den Ereignissen, die vor fast 30 Jahren zum Ende des Orchesters führten, in Zusammenhang steht.
Einmal mehr widmet sich der rumänische Regisseur Radu Mihaileanu – vor allem bekannt für seinen Film „Zug des Lebens“ – auf tragikomische Weise dem Umgang mit der Vergangenheit. Hier ist es ein Konzert, das nicht nur eine abgehalfterte Truppe russischer Musiker nach Paris führt, sondern auch traumatische Ereignisse aus der Vergangenheit ans Licht bringt. Eine wunderbare Groteske ist dieser Film, dessen emotionaler Kraft man sich bei aller Komik keinesfalls entziehen kann.