R: Fernando Meirelles. B: Don McKellar. M: Marco Antonio Guimaraes.
D: Julianne Moore, Mark Ruffalo, Alice Braga, Danny Glover, Maury Chaykin u.a.
Es beginnt ohne Vorwarnung: Am Steuer seines Autos wird ein Mann (Yusuke Iseya) blind: Er sieht nur noch weißen Nebel. Allen, die er trifft, widerfährt das gleiche Schicksal: seiner Frau (Yoshino Kimura), seinem Arzt (Mark Ruffalo), dem guten Samariter (Don McKellar), der ihn nach Hause brachte. Wie ein Lauffeuer verbreitet sich die Krankheit und die Regierung fällt eine Entscheidung. Alle an der Weißen Blindheit erkrankten Menschen werden in einer verlassenen Heilanstalt interniert, wo schnell das Chaos regiert. Und mittendrin ist der einzige Mensch, der von der Epidemie verschont bleibt: Die Frau des Arztes (Julianne Moore).
Der Roman von Nobelpreisträger José Saramago galt lange als unverfilmbar. Fernando Meirelles („City of God“, „Der ewige Gärtner“) wagte es trotzdem und schuf ein meisterliches Epos über eine in Blindheit gestürzte Welt.
Kameramann und Mereilles-Veteran César Charlone gelingt eine äußerst eigenwillige aber überzeugende Beleuchtungsstrategie, die manchmal Schnitte und Überblenden ins Weiß hinein setzt, vor allem aber seine Bilder immer deutlich über- oder unterbelichtet: Die Welt verschwimmt vor unseren Augen, wird nur noch schemenhaft erkennbar, man muß sich auf Stimmen und Geräusche konzentrieren, um nicht die Orientierung zu verlieren. Mit Hilfe eines herausragenden Ensembles, das sich ohne jede Lächerlichkeit durch ein neues Leben tastet, überzeugt "Die Stadt der Blinden" als mitreißend gefilmter und nachdenklich stimmender Sozialthriller. Der Film eröffnete dieses Jahr die Filmfestspiele in Cannes.