R: Isabel Coixet. B: Nicholas Meyer. K: Jean-Claude Larrieu. S: Amy E. Duddleston. M: div.
D: Penélope Cruz, Patrica Clarkson, Deborah Harry, Peter Sarsgaard, Ben Kingsley und Dennis Hopper.
Der Untertitel des Films „Die Kunst zu lieben“ trifft wie ein Pfeil – ins Schwarze bezüglich der Kunst, mitten ins Herz im Sinne Amors und zu guter letzt als tödliche Waffe der Jagd: Als sich der in die Jahre gekommene Literaturprofessor Kepesh (Ben Kingsley) in die Studentin Consuela (Penélope Cruz) verliebt, beginnt eine intensive aber ebenso unmögliche Liebesgeschichte. Diese besticht nicht nur durch die unterschiedlichen Lebensentwürfe und verschiedenen Perspektiven eines sehr ungleichen Paares, sondern vor allem durch die plötzliche Unsicherheit, in die sich der erfolgreiche Professor begibt: Sein Leben gerät durch die Liebe aus den Fugen. Und als Kepesh begreift, daß sich sein geradliniger Alltag in einen chaotischen Wirbelwind verwandelt hat, der für ihn kaum faßbar und logisch scheint, trifft er einen Entschluß. Er fährt mit seiner Liebe ans Meer, um die Beziehung zu beenden und sich wieder in seine Arbeit zu stürzen. Das scheint zunächst zu funktionieren, bis Consuela nach Jahren mit einer bewegenden Botschaft wieder auftaucht.
Die Verfilmung des Romans „Das sterbende Tier“ von Philip Roth ist eine stille aber extrem intensive Komposition der Regisseurin von „Mein Leben ohne mich“ und „Das geheime Leben der Worte“ Isabel Coixet, die in großartiger Besetzung (erwähnt sei noch Dennis Hopper) eine Liebe in Leidenschaft zeigt und auch ihre Fähigkeit, Leiden zu schaffen nicht unbeachtet läßt.
Woody Allen zum Bundesstart ab dem 04. Dez. im Lichthaus!
Joel & Ethan Coen
USA 2008. 96 Min.
R,B: Woody Allen. K: Javier Aguirresarobe.
D: Scarlett Johansson, Penélope Cruz, Javier Bardem, Rebecca Hall, Kevin Dunn, Patricia Clarkson u.a.
USA 2008. 95 Min.
R,B,S: Joel Coen, Ethan Coen. K: Emmanuel Lubezki. M: Carter Burwell.
D: Brad Pitt, George Clooney, John Malkovich, Frances McDormand, Tilda Swinton, Richard Jenkins, Lenny Venito, J.K. Simmons u.a.
Woody Allens Europa-Drehtour geht weiter: Nach drei London-Filmen hat es ihn für „Vicky Cristina Barcelona“ nun nach Spanien verschlagen. Mit einer aufregenden Besetzung erzählt er von den amourösen Verwicklungen zweier Barcelona-Touristinnen (Scarlett Johansson und Rebecca Hall) mit einem spanischen Maler (Javier Bardem) und dessen Ex-Frau (eine impulsiv charmante Naturgewalt: Penélope Cruz). Mit durchweg Postkarten-tauglichen, bis ins Klischee übertriebenen Mittelmeer-Impressionen wird der Film dabei zur leichtfüßig amüsanten Fantasie um die bekannten Fragen der Liebe, die so sommerlich perlend, verschmitzt und direkt bei Allen nie zuvor gestellt wurden.
Nach der pechschwarzen Existenzialismusparabel No Country for Old Men sind die Coens nur scheinbar zurück auf altem Komödienterrain. Sicher, ihre Figuren heißen wieder Linda Litzke und Ted Treffon und Krapotkin, sie tragen Kleidung, die in ihrer Uniformität lächerlich wirkt, sie schlürfen mit den Strohhalmen beim Konsumieren von Kaltgetränken, und sie haben sich mal wieder die zielstrebig hirnrissigsten Methoden ausgesucht, um zu Reichtum, Glück und Schönheit zu finden. Namentlich versuchen sie sich mal wieder im ohnehin nicht sehr erfolgversprechenden Spiel der Erpressung, das nur noch komplizierter wird, wenn man über die taktische Finesse einer Steinlaus verfügt. Dieses Knallchargentum, dargeboten mit unbestechlichem Timing von Clooney, McDormand und vor allem Pitt, macht Burn After Reading zum lustigsten Coen-Film seit The Big Lebowski.
Aber die Brüder haben sich auch eine dunkle Seite bewahrt: Ihre Protagonisten waren schon immer mit einer solch begnadeten Inkompetenz gesegnet, daß ihre völlig vermasselten kriminellen Aktionen nicht einmal mehr in der Grundabsicht erkennbar waren und somit eher zur allgemeinen Verwirrung als zu konkretem Schaden führten. Dies aber ist das perfekte Rezept für eine endlose Eskalation: Alle wissen, daß irgendwas los ist, aber keiner kapiert, was. Und nachdem alle vom Schlimmsten ausgehen und entsprechend reagieren, kommt es zu haarsträubenden Konflikten und grotesk überzogener Gewaltanwendung...