R: Christoph Schaub. B: Martin Suter. K: Filip Zumbrunn. M: Balz Bachmann.
D: Corinna Harfouch, Bruno Ganz, Stefan Kurt, André Jung, Sunnyi Melles, Daniel Rohr, Teresa Harder, Max Herbrechter u.a.
Giulia (Corinna Harfouch) ist unweigerlich mit dem Alter konfrontiert: Sie ist unterwegs zur Feier ihres eigenen 50. Geburtstags. In der Straßenbahn ist es eng und ungemütlich, Feierabendverkehr. Neben Giulia unterhalten sich zwei Teenager darüber, wie „kraß“ es sein muß, 30 zu sein. 20 OK, aber 30? Dann bittet eine ältere Dame sie, den Sitz neben sich frei zu räumen. Giulia entschuldigt sich, sie habe die Dame nicht gesehen. Die Dame nickt: „Ich weiß, man sieht uns nicht – uns, die Alten. Und auf einmal kann Giulia ihr Spiegelbild in der Scheibe nicht mehr sehen. So viele zufällige Anspielungen sind eindeutig zu viel. Das Geburtstagskind steigt kurzerhand aus dem Bus, zieht durch die Stadt und schwänzt die eigene Geburtstagsfeier. Während Giulia auf ihrem Streifzug durch Hamburgs Geschäfte dem deutlich älteren John (Bruno Ganz) begegnet, der sie galant umwirbt, sitzen die zurückgebliebenen Freunde im Restaurant und warten – und diskutieren über Haarausfall, Cholesterinwerte, goldene Turnschuhe und die Frage, ob man noch mal 20 sein möchte...
In mehreren Erzählsträngen und exzellenten Dialogen behandeln der Schweizer Erfolgsautor Martin Suter, von dem das Originaldrehbuch stammt, und Regisseur Christoph Schaub mal komisch, mal melancholisch die Erfahrung des Älterwerdens. Bereits bei der Uraufführung auf dem Film Festival Locarno 2009 begeisterte Giulias Verschwinden die Zuschauer und erhielt den Publikumspreis.