R,B: Jennifer Chambers Lynch. B: Kent Harper. K: Peter Wunstorf. M: Todd Bryanton.
D: Pell James, Julia Ormond, Bill Pullman, Kent Harper u.a.
Bei einem Massaker auf offener Straße sind die einzigen Überlebenden ein schießwütiger Cop, eine zugedröhnte Junkie-Braut und ein unscheinbares kleines Mädchen. Zwei FBI-Agenten (Bill Pullman und Julia Ormond) übernehmen die Ermittlungen und versuchen mithilfe der Zeugenaussagen den genauen Tathergang zu rekonstruieren. Dabei weichen die jeweiligen Versionen jedoch erheblich voneinander ab. Es beginnt die Suche nach „der“ Wahrheit, die mit jeder Aussage variiert und mal greifbar, mal flüchtig erscheint.
Ihre Filme sind so verstörend wie die ihres Vaters. Ähnlich wie einst in David Lynchs „Twin Peaks“ geht es in Jennifer Lynchs Film um Skurrilitäten und moralische Abgründe in der US- Provinz.
Woody Allen zum Bundesstart ab dem 04. Dez. im Lichthaus!
Joel & Ethan Coen
USA 2008. 96 Min.
R,B: Woody Allen. K: Javier Aguirresarobe.
D: Scarlett Johansson, Penélope Cruz, Javier Bardem, Rebecca Hall, Kevin Dunn, Patricia Clarkson u.a.
USA 2008. 95 Min.
R,B,S: Joel Coen, Ethan Coen. K: Emmanuel Lubezki. M: Carter Burwell.
D: Brad Pitt, George Clooney, John Malkovich, Frances McDormand, Tilda Swinton, Richard Jenkins, Lenny Venito, J.K. Simmons u.a.
Woody Allens Europa-Drehtour geht weiter: Nach drei London-Filmen hat es ihn für „Vicky Cristina Barcelona“ nun nach Spanien verschlagen. Mit einer aufregenden Besetzung erzählt er von den amourösen Verwicklungen zweier Barcelona-Touristinnen (Scarlett Johansson und Rebecca Hall) mit einem spanischen Maler (Javier Bardem) und dessen Ex-Frau (eine impulsiv charmante Naturgewalt: Penélope Cruz). Mit durchweg Postkarten-tauglichen, bis ins Klischee übertriebenen Mittelmeer-Impressionen wird der Film dabei zur leichtfüßig amüsanten Fantasie um die bekannten Fragen der Liebe, die so sommerlich perlend, verschmitzt und direkt bei Allen nie zuvor gestellt wurden.
Nach der pechschwarzen Existenzialismusparabel No Country for Old Men sind die Coens nur scheinbar zurück auf altem Komödienterrain. Sicher, ihre Figuren heißen wieder Linda Litzke und Ted Treffon und Krapotkin, sie tragen Kleidung, die in ihrer Uniformität lächerlich wirkt, sie schlürfen mit den Strohhalmen beim Konsumieren von Kaltgetränken, und sie haben sich mal wieder die zielstrebig hirnrissigsten Methoden ausgesucht, um zu Reichtum, Glück und Schönheit zu finden. Namentlich versuchen sie sich mal wieder im ohnehin nicht sehr erfolgversprechenden Spiel der Erpressung, das nur noch komplizierter wird, wenn man über die taktische Finesse einer Steinlaus verfügt. Dieses Knallchargentum, dargeboten mit unbestechlichem Timing von Clooney, McDormand und vor allem Pitt, macht Burn After Reading zum lustigsten Coen-Film seit The Big Lebowski.
Aber die Brüder haben sich auch eine dunkle Seite bewahrt: Ihre Protagonisten waren schon immer mit einer solch begnadeten Inkompetenz gesegnet, daß ihre völlig vermasselten kriminellen Aktionen nicht einmal mehr in der Grundabsicht erkennbar waren und somit eher zur allgemeinen Verwirrung als zu konkretem Schaden führten. Dies aber ist das perfekte Rezept für eine endlose Eskalation: Alle wissen, daß irgendwas los ist, aber keiner kapiert, was. Und nachdem alle vom Schlimmsten ausgehen und entsprechend reagieren, kommt es zu haarsträubenden Konflikten und grotesk überzogener Gewaltanwendung...