Der grüne Vampyr & Die Austernprin­zessin

So 1.9.-So 1.9., 19:45 [S3]

Schock der Freiheit

D 1918/19 ca. 45 Min. 35mm Filmkopie, viragiert. Regie, Buch: William Kahn. Darsteller: Heinrich Peer (Rat Anheim) u.a.

D 1919. 60 Min. digital, s/w. R,B: Ernst Lubitsch. B: Hanns Kräly. D: Ossi Oswalda (Ossi Quaker), Victor Janson (»Austernkönig« Quaker), Harry Liedtke (Prinz Nuki), Julius Falkenstein (Josef)

DER GRÜNE VAMPYR: Die Bedeutung des Detektivgen­res für den frühen Film kann kaum überschätzt werden. Mit über einhundert Vorführungen im Jahr 1919 prägten die Kriminal- und Detektivser­ien mit den cleveren Spürnasen Stuart Webbs, Max Landa und Rat Anheim maßgeblich das Bild der Weimarer Lichtspielh­äuser. Sie gingen aus dem Geist der Groschenrom­ane und der Unterhaltun­gstheater hervor und standen im Fokus volkspädago­gischer Kinoreformer.

In der hier gezeigten Folge schlüpft der Operettensc­hauspieler Heinrich Peer (Abbildung oben) in die Rolle des berüchtigten Kriminalrats Anheim, der in einem niederländi­schen Moorgebiet einen gespenstisc­hen Fall lösen soll. Ein zudem außerordent­lich frühes Zeugnis für den »Vampirismus­« im deutschen Film.

DIE AUSTERNPRIN­ZESSIN: Ernst Lubitschs aufwendig choreograph­iertes Lustspiel über Reichtum, Erotik und Alkoholexze­sse war im Kinojahr 1919 der am häufigsten vorgeführte Film in Weimar: Ein amerikanisc­her Geschäftsmann hat sein Vermögen mit Meeresfrüch­ten verdient und ist deshalb als »Austernkönig« bekannt. Seine verzogene Tochter, die »Austernprin­zessin«, soll einen verarmten Prinzen heiraten, doch gerät sie versehentlich an den Dienstboten Josef und verursacht etliche Turbulenzen und Absurditäten. Mit seiner »absichtlichen Selbstironie« (Béla Balázs) entlarvt Lubitsch zeitgenössi­sche Filmmoden und verspottet die Pracht und die Eleganz der hochvornehmen Welt.

»250.000 Mark! Unerhörte Aufmachung! 300 Diener. Warum das? Nur weil Amerika in das Horn der Superlative stößt? Hat man von den Filmstädten in Amerika, von den 70.000 Mitwirkenden im Film INTOLERANCE gelesen? Will man denen drüben damit imponieren? Man wird es bei diesem Film mit der Eleganz, dem Stil, dem Tempo, wie man es in unserem Film-­Drama mit dem oft zitierten sogenannten ›logischen Spiel‹ und der unerhörten Lebendigkeit und Schmiß einer Pola Negri in CARMEN kann.« B.E. Lüthge, Film-­Kurier vom 22.6.1919.

Im Anschluß an die Filmvorführ­ungen findet ein Gespräch mit der Musikerin Maud Nelissen (Utrecht, Niederlande) und Richard Siedhoff (Weimar) über die Kunstform »Stummfilmko­nzert« statt.

Live-­Musik: Maud Nelissen (Klavier)

aktuell im Programm:

Mittwoch, 23. 10. 2019
17:00Nurejew - The White CrowSaal 1
17:10Der Glanz der UnsichtbarenSaal 2
17:20Joker (OmU)Saal 3
19:00ParasiteSaal 2
19:15DeutschstundeSaal 1
20:00Immer und ewigSaal 3
21:20Joker (OmU)Saal 2
21:30MidsommarSaal 1
22:00M. C. Escher - Reise in die UnendlichkeitSaal 3
Immer Mittwochmittags! Das neue Programm! Zum Herunterladen als .pdf bitte auf das Deckblatt des aktuellen Programms "klicken"!