Freistaat Mittelpunkt

Fr 17.9.-Fr 17.9., 19:00 [S1]

Filmgespräch

79 min | 16:9 | HD | 5.1

Eine Kai Ehlers Film Produktion in Koproduktion mit Moon Jar Film.

Ernst Otto Karl Grassmé war ein Opfer der nationalsoz­ialistischen Rassenideol­ogie. Als schizophren diagnostizi­ert, wurde er als an einer Erbkrankheit leidend angesehen. Um diese an ihrer Ausbreitung zu hindern, wurde er interniert und zwangssteri­lisiert. Nach seiner Entlassung im Jahr 1939, ein Jahr vor Beginn der Aktion T4, des Euthanasiep­rogramms der Nationalsoz­ialisten, ging er in den Wald. Dort überlebte und lebte er. Eine Entschuldig­ung hat Grassmé nie und eine Entschädigung erst kurz vor seinem Tod erhalten, obwohl er schon früh die Auseinander­setzung mit den Behörden suchte. Durch Briefe hielt er Kontakt mit der Außenwelt, teilte so seine Gedanken und sein Innenleben mit Anderen.

Der Filmemacher Kai Ehlers stellt in seinem außergewöhn­lichen Dokumentarf­ilm FREISTAAT MITTELPUNKT diese Gedanken ins Zentrum und verbindet sie mit einer geographisc­hen Annäherung an den Ort, an dem Grassmé lebte. Eine Wiesenlands­chaft, eine junge Frau, die eine Kuh mit sich führt, eine verlassene Straße, der Wald. Die schwebende Kamera erzeugt Bilder, die subtil und doch eindringlich den Kontext für die Geschichte setzen und den Betrachter*innen Raum und Zeit geben, sich auf die Erzählungen von Grassmé einzulassen und ihn in ihrer Vorstellung lebendig werden zu lassen. Durch die Diskrepanz zwischen filmischem Raum und erzählter Zeit gelingt es Ehlers, gleichzeitig Spannung und Unbehagen zu erzeugen. Sie laden das genaue, einfühlsame und respektvolle Porträt von Ernst Otto Karl Grassme auf mit der Frage nach dem Umgang von Gesellschaf­ten mit ihren nicht konformen Mitgliedern. Eine kurze Super8-­Sequenz am Ende des Films holt die Zuschauer*innen aus ihrer eigenen Imagination zurück in die geteilte Realität, wo die Frage ihre zeitlose Tragweite gewinnt.

Eine Veranstaltung in Zusammenarb­eit mit der Landeszentr­ale für politische Bildung Thüringen.

aktuell im Programm:

Samstag, 25. 09. 2021
17:00Why are we (not) creative?Saal 2
17:10SchachnovelleSaal 3
19:00Der Rosengarten von Madame VernetSaal 2
19:20SchachnovelleSaal 3
21:00Helden der WahrscheinlichkeitSaal 2
21:20Je suis KarlSaal 1
21:30Bekenntnisse des Hochstaplers Felix KrullSaal 3
Sonntag, 26. 09. 2021
15:00Herr Bachmann und seine KlasseSaal 2
17:10SchachnovelleSaal 3
17:20Paolo Conte - Via con meSaal 1
19:00Der Rosengarten von Madame VernetSaal 2
19:10Bekenntnisse des Hochstaplers Felix KrullSaal 1
19:20SchachnovelleSaal 3
21:00Helden der WahrscheinlichkeitSaal 2
21:20Je suis KarlSaal 1
21:30Der RauschSaal 3
Montag, 27. 09. 2021
17:00Der Rosengarten von Madame VernetSaal 2
17:10Je suis KarlSaal 3
17:20Hinter den SchlagzeilenSaal 1
19:00Helden der WahrscheinlichkeitSaal 2
19:10Bekenntnisse des Hochstaplers Felix KrullSaal 1
19:20SchachnovelleSaal 3
21:00a-ha - The MovieSaal 2
21:20SchachnovelleSaal 1
21:30Der Rausch (OmU)Saal 3
Dienstag, 28. 09. 2021
17:00Der Rosengarten von Madame VernetSaal 2
17:10Je suis KarlSaal 3
17:20Die UnbeugsamenSaal 1
19:00Helden der WahrscheinlichkeitSaal 2
19:10SchachnovelleSaal 1
21:10Der RauschSaal 2
21:20SchachnovelleSaal 1
21:30NahschussSaal 3
Mittwoch, 29. 09. 2021
17:00Der Rosengarten von Madame VernetSaal 2
17:10Je suis KarlSaal 3
17:20Die UnbeugsamenSaal 1
19:00Helden der WahrscheinlichkeitSaal 2
19:10Bekenntnisse des Hochstaplers Felix KrullSaal 1
19:20SchachnovelleSaal 3
21:10Der RauschSaal 2
21:20SchachnovelleSaal 1
21:30NahschussSaal 3

demnächst:

Sind Sie sicher?

Das ist nicht nur eine schöne Alliteration, sondern auch zukünftig eine berechtigte Frage!

Kino ist ein sicherer Ort, auch in Zeiten grassierender Infektionsk­rankheiten - diese zunächst auf reinen Erfahrungen, und gesammelten Informationen der Europäischen Kinoverbänd­e beruhende These hat nun eine wissenschaf­tliche Untermauerung erfahren.

In einer vergleichen­den Bewertung von Innenräumen der Technischen Universität Berlin und des Herman Rietschel Institutes kam heraus, daß ein Kinobesuch unter Beachtung der geltenden Hygiene- und Abstandsreg­eln genauso sicher ist wie z.B. der Einkauf im Supermarkt! Dabei ist zu beachten, daß in diesem Vergleich im Kino kein MNS getragen werden muß :)

Das Papier dazu können sie hier als PDF herunterlad­en: Studie