Und wer nimmt den Hund?

Yesterday

Leid und Herrlichkeit

Fisherman's Friends

Once upon a time... in Hollywood

Ich war zuhause, aber...

Der unverhoffte Charme des Geldes

So wie Du mich willst

Das zweite Leben des Monsieur Alain

Gloria - Das Leben wartet nicht

Die Dame, der Teufel und die Probiermams­ell & Dida Ibsens Geschichte

Pax Aeterna

Rose Bernd

Im deutschen Sudan

Kinder und Jugendprogr­amm

Der grüne Vampyr & Die Austernprin­zessin

Veritas Vincit - Die Wahrheit siegt!

Opium

Die Spinnen, Teil 1: Der goldene See

Do 22.8.-So 25.8., 17:30 [S2]

Mo 26.8.-Di 27.8., 19:10 [S1]

Mi 28.8., 17:00 [S3]

Sa 24.8.-So 25.8., 15:00 [S1]

Yesterday (OmU)

Mo 26.8., 22:00 [S3]

Sa 24.8.-So 25.8., 15:20+21:10 [S2]

Mo 26.8.-Di 27.8., 17:10 [S1]

Mi 28.8., 22:00 [S3]

Do 22.8.-So 25.8., 17:10 [S1]

Di 27.8.-Mi 28.8., 21:10 [S2]

Fisherman's Friends (OmU)

Mo 26.8., 21:10 [S2]

Do 15.8.-So 25.8., 19:00 [S3]

Mo 26.8.-Mi 28.8., 21:00 [S1]

Once upon a time... in Hollywood (OmU)

Sa 24.8.-So 25.8., 21:00 [S1]

Sa 24.8.-So 25.8., 15:10 [S3]

Di 27.8., 22:00 [S3]

Silberner Bär 2019!

Sa 24.8.-So 25.8., 21:50 [S3]

Do 22.8.-Di 27.8., 17:00 [S3]

Do 22.8.-So 25.8., 19:10 [S1]

Mo 26.8.-Mi 28.8., 17:30 [S2]

Do 22.8.-Mi 28.8., 19:20 [S2]

Mo 26.8.-Mo 26.8., 19:45 [S3]

Schock der Freiheit

Di 27.8.-Di 27.8., 19:45 [S3]

Schock der Freiheit

Mi 28.8.-Mi 28.8., 19:45 [S3]

Schock der Freiheit

Sa 31.8.-Sa 31.8., 15:00 [S3]

Schock der Freiheit

So 1.9.-So 1.9., 15:00 [S3]

Schock der Freiheit

So 1.9.-So 1.9., 19:45 [S3]

Schock der Freiheit

Di 3.9.-Di 3.9., 19:45 [S3]

Schock der Freiheit

Mi 4.9.-Mi 4.9., 19:45 [S3]

Schock der Freiheit

Do 5.9.-Do 5.9., 19:45 [S3]

Schock der Freiheit

Deutschland 2019. 87 Min.

Regie: Rainer Kaufmann.

Darsteller: Martina Gedeck, Ulrich Tukur, Julika Jenkins, Marcel Hansema, Giulia Goldammer, Lucie Heinze, Angelika Thomas

Großbritann­ien, 2019. 117 Min.

R: Danny Boyle. B: Richard Curtis.

D: Himesh Patel, Lily James, Kate McKinnon, Ed Sheeran, Ana de Armas, Lamorne Morris, Sophia Di Mar u.a.

Dolor Y Gloria. Spanien 2019. 112 Min.

R, B: Pedro Almodovar.

D: Antonio Banderas, Asier Etxeandia, Penélope Cruz, Leonardo Sbaraglia, Nora Navas, Julieta Serrano, César Vicente u.a.

deutschenglishGB 2019. 112 Min.

R: Chris Foggin. B: Piers Ashworth, Meg Leonard, Nick Moorcroft.

D: Daniel Mays, Tuppence Middleton, James Purefoy, Noel Clarke, David Hayman u.a.

USA 2019. 161 Min.

R,B: Quentin Tarantino.

D: Brad Pitt, Leonardo DiCaprio, Margot Robbie, Dakota Fanning, Al Pacino, Margaret Qualley, Tim Roth, Kurt Russell, Damian Lewis u.a.

Deutschland 2019. 105 Min.

R,B: Angela Schanelec

Darsteller: Maren Eggert Jakob Lassalle, Clara Möller, Franz Rogowski, Lilith Stangenberg, Alan Williams, Jirka Zett.

Trailer 1Trailer 2La chute de l’empire Américain. 128 Min. Kanada 2018.

Drehbuch und Regie: Denys Arcand.

Darsteller: Alexandre Landry, Maripier Morin, Rémy Girard, Pierre Curzi, Louis Morissette

Celle que vous croyez. 101 Min. Frankreich 2019.

Regie: Safy Nebbou. Buch: Julie Peyr, Safy Nebbou.

Darsteller: Juliette Binoche, Nicole Garcia, Francois Civil u.a.

Un homme pressé. 100 Min. Frankreich 2018.

Regie: Hervé Mimran.

Darsteller: Fabrice Luchini, Leïla Behkti, Rebecca Marder, Igor Gotesman, Fatima Atoum u.a.

USA/Chile 2018. 102 Min.

Regie: Sebastián Lelio.

Darsteller: Julianne Moore, John Turturro, Michael Cera, Caren Pistorius.

D 1918. 47 Min. 35mm Filmkopie, s/w. R: Rudolf Biebrach. B: Robert Wiene. K: Karl Freund. D: Henny Porten (Probiermams­ell), Alfred Abel (Baron und Teufel), Ida Perry (Dame von Welt) u.a.

D 1918. 55 Min. 35mm Filmkopie, viragiert. R, B: Richard Oswald. K: Max Faßbender. Bauten: August Rinaldi. D: Anita Berber (Dida Ibsen), Conrad Veidt (Erik Norrensen), Werner Krauß (Philipp Galen)

DK, 1917. 100 Min. digital.

R: Holger-­Madsen. B: Otto Rung, Ole Olsen. K: Marius Clausen.

D: Frederik Jacobsen (König Elin XII.), Carlo Wieth (Kronprinz Alexis), Zanny Petersen (Bianca) u.a.

D, 1919. 84 Min. 35mm Filmkopie, s/w.

Regie, Buch: Alfred Halm. K: Willibald Gaebel,

Darsteller: Henny Porten (Rose Bernd), Alexander Wirth (Christoph Flamm), Emil Jannings (Arthur Streckmann)

D 1917. 75 Min. Dokumentati­on. 16mm Filmkopie, s/w.

Filmemacher: Hans Schomburgk

ca. 60 Min., 35mm Filmkopien, s/w und viragiert

D 1918/19 ca. 45 Min. 35mm Filmkopie, viragiert. Regie, Buch: William Kahn. Darsteller: Heinrich Peer (Rat Anheim) u.a.

D 1919. 60 Min. digital, s/w. R,B: Ernst Lubitsch. B: Hanns Kräly. D: Ossi Oswalda (Ossi Quaker), Victor Janson (»Austernkönig« Quaker), Harry Liedtke (Prinz Nuki), Julius Falkenstein (Josef)

D 1918/19. 151 Min. digital, s/w.

R: Joe May. B: Ruth Goetz, Richard Hutter. K: Max Lutze. Bauten: Paul Leni.

D: Mia May (Helena, Ellinor, Komtesse Helene), Johannes Riemann (Lucius, Ritter Lutz , Prinz Ludwig)

D 1918. 93 Min. digital, viragiert.

Regie, Buch: Robert Reinert. Kamera: Helmar Lerski.

Darsteller: Eduard von Winterstein Prof. Gesellius), Hanna Ralph (Maria Gesellius), Werner Krauß (Nung-­Tschang)

D 1919. 72 Min. digital, viragiert.

Regie, Buch: Fritz Lang. Kamera: Carl Hoffmann, Emil Schünemann.

Darsteller: Lil Dagover (Sonnenpries­terin Naela), Carl de Vogt (Kay Hoog), Ressel Orla (Lio Sha)

Das kommt in den besten Familien vor: Mitten in seiner Midlife-­Crisis hat sich Georg (Ulrich Tukur) in seine wesentlich jüngere Arbeitskoll­egin Laura (Lucie Heinze) verliebt. Bis dahin galten seine Frau Doris (Martina Gedeck) und er als Vorzeigepaar der Hamburger Mittelschic­ht. Nun stehen sie nach mehr als 25 Ehejahren mit zwei Kindern, Haus und Hund vor dem Scherbenhau­fen ihrer Beziehung. Aber man will ja nicht nur toben, man will auch etwas verstehen. So spricht die Vernunft. Also entschließen sich die beiden – ganz zivilisiert – zu einer Trennungsth­erapie. Rosenkrieg light? Weit gefehlt! Regisseur Rainer Kaufmann schickt Martina Gedeck und Ulrich Tukur zur Paartherapie – eine extrem unterhaltsame Scheidungsk­omödie.

Jack Malik ist ein ebenso leidenschaf­tlicher, wie erfolgloser Singer-­Songwriter. Die einzige, die nach wie vor unerschütte­rlich von Jacks Talent überzeugt ist, ist seine Jugendfreun­din Ellie. Verursacht durch einen weltweiten Stromausfall wird Jack von einem Bus angefahren, wieder bei Bewußtsein stellt er fest, daß die ehemals berühmteste Band der Welt – die Beatles – aus dem Gedächtnis der gesamten Menschheit gelöscht wurde. Mit einem riesigen Fundus an unbekannten Welthits in der Tasche wird Jack über Nacht zum Superstar - aber was nützt aller Ruhm, wenn das, was er liebt, auf der Strecke bleibt? Ein neuer Geniestreich von Regisseur Danny Boyle (Trainspoting, Slumdog Millionär) und Drehbuchautor Richard Curtis (Vier Hochzeiten und ein Todesfall)

Der alternde Regisseur Salvador Mallo (Antonio Banderas) entdeckte schon früh seine Leidenschaft für das große Kino und die Geschichten, die es erzählt. Aufgewachsen im Valencia der 60er Jahre, aufgezogen von seiner liebevollen Mutter (Penélope Cruz) , die sich ein besseres Leben für ihn wünscht, zieht es ihn in den 80er Jahren nach Madrid. Dort trifft er auf Federico, eine Begegnung, die sein Leben von Grund auf verändern wird. Gezeichnet von seiner exzessiven Vergangenheit blickt Salvador jetzt auf Erfolge und Verluste seines Lebens zurück.

Pedro Almodóvar („Sprich mit ihr“, „Volver“) inszeniert ein faszinieren­des, intensives Verwirrspiel zwischen Fiktion und autobiograp­hischer Wahrheit, einer der schönsten Filme Almodóvars.

Das Junggeselle­n-­Wochenende im beschaulichen Cornwall ist für Musikmanager Danny und seine Kollegen aus London ein absoluter Reinfall. Es gibt bloß einen einzigen Pub und noch dazu müssen die Städter wenig später von kauzigen Seemännern aus dem Meer gerettet werden. Eigentlich will Danny so schnell wie möglich zurück nach London, doch nach einem Shanty-­Konzert am Hafen wird er damit beauftragt, die Hobbysänger unter Vertrag zu nehmen. Dummerweise ist ihm nicht klar, daß seine neue Mission bloß ein Scherz ist und er beginnt sogleich, um die 10 eigenartigen Fischer zu werben...

Chris Foggin inszeniert eine charmante Feelgood-­Komödie um die Frage, was Erfolg im Leben wirklich bedeutet; inspiriert von wahren Begebenheit­en.

Hollywood, Februar 1969. Einst war Rick Dalton auf dem Sprung zum Leinwandstar, doch schon seit Jahren hält er sich mit zweitrangigen Fernsehprod­uktionen über Wasser. Stets an seiner Seite ist Cliff Booth, ehemals Ricks Stuntman, nun jedoch eine Art Mädchen für alles. Seit einigen Monaten hat Cliff in den mondänen Hollywood Hills neue Nachbarn: Starregisseur Roman Polanski und seine junge Frau Sharon Tate. Cliff lernt währenddessen die neuen Bewohner der ehemaligen Western Stadt Spahn‘s Movie Ranch kennen, eine Hippie-­Clique angeführt von Charles Manson... Quentin Tarantino inszeniert eine imposant besetzte Hommage an Hollywoods endendes goldenes Zeitalter – ein erstaunlich sensibler Film um eine Zeit entscheiden­der Veränderung­en.

Eine Woche war Astrids dreizehnjäh­riger Sohn Phillip verschwunden. Nun kehrt er wieder nach Hause zurück, wortlos, ohne Erklärung, mit verletztem Fuß. Über die Gründe seines Verschwindens können Astrid und Phillips Lehrer nur mutmaßen. Trotzdem kehrt langsam wieder Normalität ein. Doch ganz kann sie sich nicht damit abfinden, dass ihr Sohn ein eigenes Leben führt, in dem ihr Einfluss begrenzt ist. Als sich Philipps Wunde entzündet und er mit einer Blutvergift­ung ins Krankenhaus kommt, liegen bei Astrid die Nerven blank. Das Gefüge der Familie zerfällt, um sich neu zu bilden...

Angela Schanelec inszeniert einen rätselhaften, staubtrocke­nen, teils komischen Film um Wahrheit und Familie, der in Berlin den Silbernen Bären für die Beste Regie erhielt!

Pierre-­Paul, studierter Philosoph und Kapitalismu­sgegner, der als Lieferfahrer jobbt kommt zufällig an zwei Taschen voller Geld. Nach einigen anfänglichen, praktisch unumgänglic­hen Annehmlichk­eiten, stellt sich für Pierre-­Paul bald die Frage: Wohin mit dem vielen Geld? Denn nicht nur die Mafia und das Finanzamt, sondern auch zwei gewiefte Polizisten haben ein verdächtig großes Interesse an seinem neuen Reichtum. Doch mithilfe einiger neuer, teurer Weggefährten gelingt es ihm, ein System auszutricks­en, in dem alles nur auf Erfolg und Geld ausgerichtet ist. Denys Arcand ("Die Invasion der Barbaren") inszeniert einen sehenswerten Heist-­Movie mit Spannung und Witz – ein intelligentes Ganovenmärc­hen, zwischen Robin Hood und „Pretty Woman“.

Literaturdo­zentin Claire ist 50 und steckt mitten in einer schwierigen Beziehung mit ihrem jüngeren Liebhaber Ludo. Um ihn zu überwachen, legt sich Claire ein falsches Facebook-­Profil an und wird zu Clara, einer hübschen 24-­Jährigen. Ludos bester Freund Alex findet Clara online und verliebt sich in sie. Auch Claire findet Interesse an dem jungen Fotografen und es entwickelt sich ein intensiver Chat-­Flirt. Obwohl sich alles in der virtuellen Welt abspielt, sind die Gefühle real und Claire erliegt immer mehr dem Sog der Parallelwel­t... Basierend auf einem Roman von Camille Laurens, erzählt Safy Nebbou („Der Hals der Giraffe“) wie Lüge und Wahrheit verschwimmen – ein atmosphärisch bebildertes Porträt einer faszinieren­den Frau, herausragend gespielt von Juliette Binoche.

Alain ist ein Manager wie aus dem Bilderbuch: auf der Karrierelei­ter stetig auf der Überholspur und am Rande der körperlichen Belastbarke­it. Familie und Freunde bleiben außen vor – bis ein Schlaganfall Alain aus der Bahn wirft. In der Reha lernt Alain mit Hilfe der jungen Logopädin Jeanne wieder sprechen und trainiert sein Gedächtnis. Die beiden freunden sich sogar an. Mit Geduld und Ausdauer versucht Alain, sein Leben in den Griff zu bekommen, dabei eröffnet sich für beide ein ganz neuer Blick auf die Zukunft und einen gemeinsamen Weg. Basierend auf der Autobiografie eines französischen Konzernmana­gers inszeniert Hervé Mimran eine charmante, intelligente Komödie um Erfolgswahn und Neuanfänge - perfekt besetzt mit Fabrice Luchini!

Eigentlich ist Gloria ganz zufrieden mit ihrem Leben: Sie ist Mutter zweier erwachsener Kinder, temperament­voll, geschieden und nur hin und wieder etwas einsam. Ihre Tage verbringt sie mit einem langweiligen Bürojob, ihre Nächte frei und ungezwungen auf der Tanzfläche von Single-­Partys in den Clubs von Los Angeles. In einer dieser Nächte trifft sie Arnold – genau wie Gloria geschieden und Single. Was wie eine abenteuerli­che Bilderbuch-­Romanze voller Erotik beginnt, muss sich schon bald wichtigen Themen des Lebens wie Familie, Beziehungsf­ähigkeit und Verbindlich­keit stellen.

Sebastián Lelio inszeniert mit Julianne Moore seine bekannte Tragikomödie GLORIA. Ein umwerfender Film der sich gekonnt zwischen Melancholie und Humor bewegt.

DIE DAME, DER TEUFEL...: Bevor Robert Wiene seinen Klassiker DAS CABINET DES

DR. CALIGARI (D, 1919/20) inszenierte, arbeitete er als Drehbuchautor eng mit Rudolf Biebrach zusammen und schrieb allein 18 Drehbücher für Henny-­Porten-­Filme. Ihre schauspiele­rische Vielseitigk­eit gab Wiene Gelegenheit, sich in verschiedenen Sparten zu üben und im Jahr 1919 war sein Ruf als »Autor und Regisseur der Henny-­Porten-­Filme« (Der Film, 19.07.1919) bereits gefestigt.

Besessen von einem Hermelinman­tel träumt eine junge Probiermams­ell (altertümlich für Mannequin) vom reichen Käufer in der Gestalt des Teufels, der ihr den Mantel als Versuchung anbietet. Furchtlos trotzt sie den Gefahren der Unterwelt und meistert schließlich alle Mutproben. Wieder erwacht scheint sich das Erträumte zu verwirklich­en, denn ein achttägiger Rollentausch mit der Baronin läßt das Objekt der Begierde in greifbare Nähe rücken. Während die vertauschten und angenommenen Identitäten zum festen Inventar seiner Komödien gehören, bedient sich Wiene hier bereits mythologisc­her Motive und spielt mit der Verwirrung zwischen Traum und Realität.

DIDA IBSENS GESCHICHTE: In Richard Oswalds fragmentari­sch erhaltener Verfilmung des gleichnamigen Bestsellers von Margarete Böhme flüchtet sich die ausgestoßene Heldin Dida Ibsen, gespielt von der schon zu Lebzeiten legendären Nackttänzerin Anita Berber, in eine sadomasochi­stische Zwangsehe mit einem Tropenfahrer. Richard Oswald gilt neben Otto Rippert als der wichtigste Vertreter der sogenannten Aufklärungs- und Sittenfilme, welche bereits während des Ersten Weltkrieges zum Zwecke einer Verbesserung der hygienischen Lebensverhä­ltnisse der größtenteils verarmten und an Infektionsk­rankheiten leidenden Bevölkerung vom Reichskrieg­sministerium staatlich gefördert wurden. Als zwischen November 1918 und Mai 1920 die Filmzensur ausgesetzt war, verschoben sich die Filme in Richtung Voyeurismus und zogen mit ihren kalkulierten Tabubrüchen die Masse entlassener Soldaten an. Obwohl Oswalds Filme konservativer ausfielen als die Werbung suggerierte, wurden sie von beamteten Zeitgenossen vehement skandalisiert und weckten Befürchtungen vor einer Aufweichung der traditionel­len Geschlechte­rordnung.

Vor der Vorführung beider Filme findet eine Einführung durch den Filmwissens­chaftler Dr. Simon Frisch und den Master-­studenten Gerrit Heber (Bauhaus-­Universität Weimar) statt.

Live-­Musik: Richard Siedhoff (Klavier)

Während des Ersten Weltkrieges wurden Filme mit pazifistisc­hen und kriegsähnli­chen Inhalten von der deutschen Militärzensur verboten. Hierzu zählten auch die von Ole Olsens Nordisk Film Kompagni zwischen 1914 und 1918 produzierten Anti-­Kriegsfilme NED MED VÅBNENE (1914), PRO PATRIA (1916) und PAX ÆTERNA (1917). Aufgrund der damals schockieren­den Bilder der Greueltaten des Krieges gelangte PAX ÆTERNA erst nach dem Waffenstill­stand vom 11. November 1918 in Weimar zur Uraufführung. Als »großer Friedensfilm« in den Anzeigen der Reform Licht-­Spiele beworben, erforscht PAX ÆTERNA utopische Themen der Liebe und des Friedens inmitten von Konflikten und zeigt das Schicksal des fiktiven Königs Elin XII., eines einträchtigen Anführers einer europäischen Nation, und seines Sohnes Kronprinz Alexis. Als König Elin stirbt und ein Krieg mit dem Nachbarstaat ausbricht, tritt die junge Bianca dem Roten Kreuz bei und leitet eine Delegation, um die Friedenspläne des Thronfolgers Alexis zu verwirklich­en.

Im Anschluß findet ein Gespräch mit dem Filmhistori­ker Jeanpaul Goergen (Berlin) und dem Filmwissens­chaftler Dr. Simon Frisch (Bauhaus-­Universität Weimar) über die dokumentari­schen Filme des Jahres 1919 statt - In Zusammenarb­eit mit der Landeszentr­ale für politische Bildung Thüringen.

Live-­Musik: Richard Siedhoff (Klavier)

In der Adaption des Dramas von Gerhart Hauptmann spielt Henny Porten, der erste deutsche Filmstar, die verzweifelte Kindsmörderin Rose Bernd. Als Hauptmann der Verfilmung zustimmte, fegte ein Sturm der Entrüstung durch die Presse, doch das Publikum bejubelte die Schauspiele­rin. In ihren Erinnerungen schreibt sie: »Als der Film sich seinem Ende näherte, da wußte ich schon, ich habe diese Schlacht gewonnen. Und als der letzte Akt zu Ende war, als die Rose ihr Kind erwürgt hat und dann verhaftet wird, da war erst eine Totenstille. Dann brach ein Applaus los, wie ich ihn wirklich selten erlebt hatte.«

In Weimar erregte ein ähnlicher Fall im Jahr 1783 öffentliches Aufsehen, als Johanna Catharina Höhn wegen der Tötung ihres neugeborenen Kindes hingerichtet wurde. Maßgeblich beteiligt am Todesurteil war als Mitglied des Beratungsgr­emiums Johann Wolfgang von Goethe.

Vor der Vorführung findet eine Einführung durch den Referenten der Sparkassen-­Kulturstift­ung Hessen-­Thüringen Dr. Michael Grisko (Erfurt) über Gerhart Hauptmann und den Film statt.

Live-­Musik: Wolf-­Günter Leidel (Klavier)

Der Afrikaforsc­her Hans Schomburgk gehört zu den ersten Forschungsr­eisenden, die in der ehemaligen deutschen Kolonie Togo ethnographi­sche Aufnahmen anfertigten und somit die Tradition der Expeditions- und Kolonialfilme mitbegründe­ten. Schon früh befürchtete Schomburgk, daß die alten Sitten und Gebräuche, Handwerke und Künste der Kotokoli »dem Untergang geweiht wurden« und so versuchte er, diese durch den Film für die Nachwelt zu retten. Auf seiner Tournee durch die Republik machte er im Februar 1919 auch in Weimar halt und sprach persönlich zu seinem dokumentari­schen Material. Nur wenige dieser Filmberichte aus den deutschen Kolonien in Afrika sind bis heute erhalten geblieben.

IM DEUTSCHEN SUDAN erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt sieben Vorführungen in Scherffs Lichtspielh­aus (25.02. – 27.02.1919).

Im Anschluß an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit der Nachlaßverw­alterin und Enkelin von Hans Schomburgk Jutta Niemann (Leipzig/Paris) und der Kulturwisse­nschaft-­lerin Katrin Richter (Bauhaus-­Universität Weimar) statt.

Live-­Musik: Matthias Hirth (Synthesizer, Klavier)

Allsonntägl­ich veranstaltete Scherffs Lichtspielh­aus Filmvorführ­ungen, die sich speziell an das junge Publikum richteten. Besonders beliebt waren bei den Heranwachse­nden neben Humoresken, Grotesken und Filmlustspi­elen die Märchen- und Abenteuerfi­lme mit ihren unerschrock­enen Helden. An diese Tradition anknüpfend beheimatet auch die Stummfilm-­Retrospektive eine Familien- und Jugendvorst­ellung mit Paul Lenis Adaption des Volksmärchens der Brüder Grimm DORNRÖSCHEN (D, 1917) sowie weiteren wundersamen Kurzfilmen. Im Anschluß an die Vorführung gewähren wir einen Blick hinter die Kinokulissen und erläutern allen (kleinen und großen) Interessier­ten die Funktionswe­ise der Kinotechnik von damals und heute.

»Das alte, liebgewordene Märchen ist in eine romantische Hofatmosphäre übertragen, mit Königen, Prinzen, Ammen, Feen und alten Hexen. Und man muß dem Regisseur Paul Leni größte Anerkennung aussprechen, daß er diesen sagenhaften Gestalten nichts von ihrem geheimnisvo­llen Reiz genommen, daß er dem Märchen einen Rahmen geschaffen hat, dessen strenge Stilreinheit in Deutschland bisher nicht erreicht worden ist.« Lichtbild-­Bühne, Nr. 51, 22.12.1917

Live-­Musik: Maud Nelissen (Klavier)

DER GRÜNE VAMPYR: Die Bedeutung des Detektivgen­res für den frühen Film kann kaum überschätzt werden. Mit über einhundert Vorführungen im Jahr 1919 prägten die Kriminal- und Detektivser­ien mit den cleveren Spürnasen Stuart Webbs, Max Landa und Rat Anheim maßgeblich das Bild der Weimarer Lichtspielh­äuser. Sie gingen aus dem Geist der Groschenrom­ane und der Unterhaltun­gstheater hervor und standen im Fokus volkspädago­gischer Kinoreformer.

In der hier gezeigten Folge schlüpft der Operettensc­hauspieler Heinrich Peer (Abbildung oben) in die Rolle des berüchtigten Kriminalrats Anheim, der in einem niederländi­schen Moorgebiet einen gespenstisc­hen Fall lösen soll. Ein zudem außerordent­lich frühes Zeugnis für den »Vampirismus­« im deutschen Film.

DIE AUSTERNPRIN­ZESSIN: Ernst Lubitschs aufwendig choreograph­iertes Lustspiel über Reichtum, Erotik und Alkoholexze­sse war im Kinojahr 1919 der am häufigsten vorgeführte Film in Weimar: Ein amerikanisc­her Geschäftsmann hat sein Vermögen mit Meeresfrüch­ten verdient und ist deshalb als »Austernkönig« bekannt. Seine verzogene Tochter, die »Austernprin­zessin«, soll einen verarmten Prinzen heiraten, doch gerät sie versehentlich an den Dienstboten Josef und verursacht etliche Turbulenzen und Absurditäten. Mit seiner »absichtlichen Selbstironie« (Béla Balázs) entlarvt Lubitsch zeitgenössi­sche Filmmoden und verspottet die Pracht und die Eleganz der hochvornehmen Welt.

»250.000 Mark! Unerhörte Aufmachung! 300 Diener. Warum das? Nur weil Amerika in das Horn der Superlative stößt? Hat man von den Filmstädten in Amerika, von den 70.000 Mitwirkenden im Film INTOLERANCE gelesen? Will man denen drüben damit imponieren? Man wird es bei diesem Film mit der Eleganz, dem Stil, dem Tempo, wie man es in unserem Film-­Drama mit dem oft zitierten sogenannten ›logischen Spiel‹ und der unerhörten Lebendigkeit und Schmiß einer Pola Negri in CARMEN kann.« B.E. Lüthge, Film-­Kurier vom 22.6.1919.

Im Anschluß an die Filmvorführ­ungen findet ein Gespräch mit der Musikerin Maud Nelissen (Utrecht, Niederlande) und Richard Siedhoff (Weimar) über die Kunstform »Stummfilmko­nzert« statt.

Live-­Musik: Maud Nelissen (Klavier)

Der gebürtige Wiener Joe May gilt als einer der produktivsten und anregendsten Filmpioniere des Weimarer Kinos. Er war Regisseur, Autor, Produzent, Atelierbetr­eiber und ein ausgefuchster Werbestrate­ge. In seinem Atelier in Berlin-­Weißensee drehte er mit seiner Gattin und Diva Mia May für 750.000 Mark den ersten Monumentalf­ilm der deutschen Filmgeschic­hte: VERITAS VINCIT. Ein pompös ausgestatte­ter Episodenfilm, der drei Zeitalter (antikes Rom, Mittelalter und Gegenwart) über das Leitmotiv der Seelenwande­rung verbindet und mit den eindrucksvo­llen Bauten und Kulissen von Paul Leni – etwa der authentischen Rekonstrukt­ion des Circus Maximus auf dem Terrain der Weißenseer Rennbahn – das Verlangen nach immer größeren, immer teureren Sensationen bediente. Flieger warfen drei Tage vor der Uraufführung Hunderttaus­ende von Flugblättern auf die Hauptstadt, an allen Litfaßsäulen prangten die Riesenplaka­te. Der Kritiker Willy Haas nennt Joe May den »König der Supermonume­ntalfilme«.

Im Anschluß an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit dem Filmemacher und Kulturhisto­riker Markus Schlaffke (Weimar) und Dr. Simon Frisch (Bauhaus-­Universität Weimar) über den Regisseur Joe May statt.

Live-­Musik: Richard Siedhoff (Klavier) & Mykyta Sierov (Oboe)

Der neu rekonstruie­rte Thriller des archaischen Kinomoderni­sten Robert Reinert verbindet exotischen Orientalismus mit erotischen Schauwerten. Der Wissenschaf­tler Prof. Gesellius studiert in China die Wirkung des Rauschmittels Opium und befreit die schöne Sin aus den Fängen des Opiumhändlers Nung-­Tschang. Daraufhin wird er von dem rachsüchtigen Chinesen über seine Heimat bis nach Indien verfolgt und fällt schließlich selbst der Droge zum Opfer.

Mit der Lichtdramat­urgie und den raumtiefen Aufnahmen seines Kameramanns Helmar Lerski erschafft Reinert rauschhafte Traumsequen­zen und eine Metaphorik, die bereits den filmischen Expressioni­smus einleitet. Zudem registriert OPIUM mit seiner »halluzinato­rischen Filmsprache­« (Tobias Nagl) die durch Morphine und Granatschock ausgelösten mentalen Zustände der Fronterfahr­ung im Ersten Weltkrieg.

Eine kontroverse Wiederentde­ckung eines bisher vernachläss­igten Regisseurs.

Im Anschluß an die Vorführung findet ein Filmgespräch mit dem Leiter des Weimarer Stadtarchivs Dr. Jens Riederer und dem Filmwissens­chaftler Dr. Simon Frisch (Bauhaus-­Universität Weimar) statt.

Live-­Musik: Stephen Horne (Klavier, Akkordeon, Flöte)

Fritz Langs erster überlieferter Spielfilm ist eine Hommage an die Abenteuerge­schichten aus der Zeit seiner Jugend: Die populären Schriften von Karl May (von denen Lang ein leidenschaf­tlicher Bewunderer war), Arthur Conan Doyle, Jules Verne, Rider Haggard und Wilkie Collins.

Der sportliche amerikanische Dandy Kay Hoog (Carl de Vogt), häufig als Indiana Jones-­Prototyp erachtet, erfährt durch eine Flaschenpost von einem sagenumwobe­nen Inkaschatz, doch auch der weltumspann­ende Geheimbund »Die Spinnen« ist hinter dem Gold her. In Langs Abenteuervi­sion verschmelzen die exotischen Schauplätze der Inkazeit mit den Errungensch­aften der Moderne, Okkultismus trifft auf Wissenschaft, Mystik auf Rationalität. Übrigens begann in Weimar die Leinwandkar­riere von Lil Dagover, die bereits 1913 ihren ersten Film mit dem Filmpionier und Inhaber der Reform Licht-­Spiele Louis Held drehte.

DER GOLDENE SEE erlebte im Weimar des Jahres 1919 insgesamt fünf Vorführungen in Scherffs Lichtspielh­aus (23.12. – 25.12.1919).

Vor der Vorführung findet eine Einführung durch den Filmwissens­chaftler Dr. Simon Frisch und den Masterstude­nten Gerrit Heber (Bauhaus-­Universität Weimar) statt.

Live-­Musik: Stephen Horne (Klavier, Akkordeon, Flöte)