Eine Karte der Klänge von Tokio

Männer im Wasser

Kleine Wunder in Athen

Das Konzert

London Nights

8. Wonderland

Do 2.9.-Mi 8.9., 21:45 [S1]

Isabel Coixet

Mo 6.9.-Mi 8.9., 18:00 [S1]

Do 9.9., 18:00 [S1]

Do 9.9., 19:45 [S1]

Sa 11.9.-Mi 15.9., 18:00+19:45 [S1]

Mo 6.9.-Mi 8.9., 17:45+21:15 [S2]

Do 9.9., 17:45 [S2]

Do 9.9.-So 12.9., 19:30 [S2]

Sa 11.9., 17:45 [S2]

So 12.9., 17:45 [S2]

Mo 13.9.-Mi 15.9., 17:45+21:15 [S2]

Mo 6.9.-Mi 8.9., 19:45 [S1]

Mo 6.9.-Mi 8.9., 19:30 [S2]

Do 9.9., 21:15 [S2]

Fr 10.9., 22:00 [S2]

Sa 11.9.-So 12.9., 21:15 [S2]

Mo 13.9.-Mi 15.9., 19:30 [S2]

Do 9.9.-Mi 15.9., 21:30 [S1]

Map of the Sounds of Tokyo. E 2009. 109 Min.

R,B: Isabel Coixet. K: Jean-­Claude Larrieu. S: Irene Blecua.

D: Rinko Kikuchi, Sergi López, Min Tanaka, Manabu Oshio, Takeo Nakahara, Hideo Sakaki, Jun Matsuo, Joan Potau u.a.

Schweden 2008. 100 Min. R: Måns Herngren.

B: Måns Herngren, Jane Magnusson.

D: Jonas Inde, Amanda Davin, Andreas Rothlin Svensson, Jimmy Lindström, Peter Gardner, Benny Haag, Shelby Niavarani u.a.

Akadimia Platonos. GR/D 2009. 103 Min.

R: Fillipos Tsitos. B: Alexis Kardaras. M: Nikos Kypourgos.

D: Antonis Kafetzopoul­os, Anastasis Kozdine, Yorgos Souxes, Maria Zorba u.a.

F 2009. 119 Min.

R,B: Radu Mihaileanu. M: Armand Amar

D: Alexei Guskow, Dimitri Nazarov, Melanie Laurent, Francois Berléand, Miou-­Miou, Valeri Barinov u.a.

Unmade Beds. GB 2009. 93 Min.

R,B,D: Alexis Dos Santos.

D: Fernando Tielve, Déborah François, Michiel Huisman, Iddo Goldberg, Richard Lintern, Katia Winter u.a.

8th Wonderland. F 2008. 98 Min.

R,B,M: Nicolas Alberny, Jean Mach. K: Antoine Marteau. S: Aurélien Dupont.

D: Matthew Géczy, Robert William Bradford, Alain Azerot, Eloïssa Florez.

Eine junge Frau scheidet freiwillig aus dem Leben. Die Liebe, die sie in sich trug, wurde nicht in dem Maße erwidert, wie sie es sich erhoffte. Ihr Vater leidet unter dem Verlust der Tochter und übt sich in Schuldzuwei­sungen gegenüber deren Geliebten, David. Für irdische Gerechtigkeit soll die Auftragskil­lerin Ryu sorgen. Doch statt ihr Ziel zu eliminieren, kann sie nicht widerstehen, es zu verführen. So entspinnt sich zwischen den beiden eine Amour fou, die – sowohl aufrichtig als auch uneindeutig – schon mit ihrem Beginn auf ihr Ende zusteuert.

Längst gilt sie als Spezialistin für elegante Melodramen: Die spanische Regisseurin Isabel Coixet ("Elegy", "Mein Leben ohne mich"). Mit ihrer neuen ungewöhnlic­hen Noir-­Romanze „Eine Karte der Klänge von Tokio“, in der eine japanische Fischmarktv­erkäuferin aus Tokio ein Doppelleben als Auftragskil­lerin führt und sich prompt leidenschaf­tlich in ihr Opfer verliebt, wird die Katalanin erneut ihrem Ruf gerecht. Auch dieses Mal brilliert die Film-­Poetin mit ihren ästhetischen Bildern und ihrem untrüglichen Gespür für Atmosphäre und Stimmungen.

Fredrik, arbeitsloser Redakteur und ambitionier­ter Sportler, steckt tief in der Midlife-­Crisis. Seine Ehe liegt in Scherben, seine Frau parkt die Teenager-­Tochter bei ihm, um ihrer Karriere nachzugehen und nach einer katastropha­len Niederlage ist es auch noch um die Zukunft seines geliebten Hockeyteams schlecht bestellt. Aus einer Schnapsidee wird für Fredrik ein neues Betätigungs­feld: Synchronsch­wimmen. Zuerst glauben die Jungs aus seinem alten Hockey-­Team an einen schlechten Scherz, aber Fredrik leistet harte Überzeugung­sarbeit. Fest entschlossen will er an den Synchronsch­wimm-­Weltmeister­schaften in Berlin teilnehmen – als Schwedens offizielles männliches Team. Måns Herngrens Film ist eine erfrischende Komödie über Männerfreun­dschaften, Selbstfindu­ngskurse im Wasser und verzwickte Familienbez­iehungen.

Stavros betreibt einen kleinen Laden in einer mehr als ruhigen Straße von Athen, d.h., morgens stellt er einen Tisch mit vier Stühlen vor den Laden, um zusammen mit seinen drei Freunden dem Tag beim Verstreichen zuzusehen. Doch als eines Tages ein Mann namens Marengelen (was die Zusammenzie­hung von »Marx, Engels, Lenin« ist) auftaucht und Stavros‘ betagte und demente Mutter in ihm ihren lang verlorenen Sohn wiederzuerk­ennen glaubt, gerät Stavros Leben aus dem Gleichgewic­ht…

Fillipos Tsitos Film ist eine wundervoll warmherzige Komödie um einen alternden Kioskbesitz­er, ein Meisterwerk des skurrilen Humors und ganz nebenbei eine ausgesprochen gelungene Betrachtung griechischer Ökonomie.

Einst galt Andrei Filipov (Alexei Guskov) als Wunderkind, führte das weltberühmte Bolschoi-­Orchester zu Triumphen, doch als er sich Anfang der 80er Jahre für eine jüdische Musikerin einsetzte, wurde er von höchster Stelle degradiert. Heute putzt er nur noch das verfallende Orchesterge­bäude. Dann passiert das Unglaubliche: Andrei fängt ein Fax ab: Eine Einladung des Bolschoi-­Orchesters nach Paris. Kurz entschlossen beginnt er seine in alle Winde verstreuten Musiker aufzusuchen, die inzwischen als Taxifahrer, Möbelpacker oder Trödler ein eher klägliches Dasein fristen – gespielt haben die meisten lange nicht mehr. Mit diesem bunten Haufen geht es nach Paris – unter einer Bedingung: Die junge französische Geigerin Anne-­Marie Jacquet (Melanie Laurent) soll engagiert werden. Warum, ist weder dem Manager des Pariser Theaters noch Andreis Musikerkoll­egen zunächst bewußt. Bald wird jedoch klar, daß Anne-­Marie unmittelbar mit den Ereignissen, die vor fast 30 Jahren zum Ende des Orchesters führten, in Zusammenhang steht.

Einmal mehr widmet sich der rumänische Regisseur Radu Mihaileanu – vor allem bekannt für seinen Film „Zug des Lebens“ – auf tragikomische Weise dem Umgang mit der Vergangenhe­it. Hier ist es ein Konzert, das nicht nur eine abgehalfterte Truppe russischer Musiker nach Paris führt, sondern auch traumatische Ereignisse aus der Vergangenheit ans Licht bringt. Eine wunderbare Groteske ist dieser Film, dessen emotionaler Kraft man sich bei aller Komik keinesfalls entziehen kann.

London Nights erzählt von verträumten und verlorenen Nächten in Europas Mekka der Underground-­Szene, dem Londoner East-­End. Axl ist aus Madrid gekommen, um seinen Vater zu finden. Die Belgierin Vera hängt ihrer letzten Liebe nach und trifft einen geheimnisvo­llen Fremden. Drei junge Menschen suchen in Londons vibrierender Musikszene nach dem Unbekannten, Essentielle­n... dem Vater, dem schönsten Song, der Liebe des Lebens in doppelter Bedeutung...

Regisseur Alexis Dos Santos zelebriert einen Schwebezust­and zwischen Leichtigkeit, Sehnsucht und Melancholie, in dem Zeit eine untergeordn­ete Rolle spielt. In Zeiten, in denen es auch im Film meistens darum geht, möglichst effektiv erwachsen zu werden, ist diese Geschichte fast schon eine Utopie.

»8. Wonderland« erzählt die Geschichte eines virtuellen Staates, den ein global zusammenges­etztes Kollektiv aus Hunderten von Menschen im Internet gegründet hat. Die realen intelligenten aber auch radikalen Aktionen des 8. Wonderland legen den Finger in die Wunden der globalkapit­alistischen Ungerechtig­keiten. Als die Mächtigsten beginnen, dem virtuellen Staat Gewaltakte in die Schuhe zu schieben, ist die Jagd mit neuem Feindbild eröffnet.

»8. Wonderland« vom französischen Regie-­Duo Alberny und Mach legt mit bissigem Witz und lakonischer Ironie die Mechanismen revolutionä­ren Handelns offen und hinterfragt seine Möglichkeiten in einer Ära der Virtualisie­rung. Alberny und Mach gelang eine völlig neue Ästhetik, eine radikale und in ihrer Einfachheit geniale Geschichte über Veränderung und Handlungsfä­higkeit im 21. Jahrhundert.